Product Ownership Vision: Design orientierte oder Engineer-Denker POs

Product Ownership Vision: Design orientierte oder Engineer-Denker POs

Pino ist ein Agile Enthusiast und Change Agent. Er ist ein erfahrener technischer Leiter, Scum Master und Milano Chapter Host des Scrum Breakfast Clubs mit 20 Jahren globaler Erfahrung.
In der Folge teilt er seine Erfahrungen und Erkenntnisse im PO-Camp Schweiz mit uns. Er nahm kürzlich an dem Camp teil, da er grosses Interessen hat für das offene Konferenzformat, den geteilten Energiefluss, generell sein Wissen über Scrum stets zu vertiefen aber vor allem wegen seines Interesses an Product Ownership im Sinne von verschiedenen Vorgehensweisen.

Als Scrum Master arbeite ich täglich mit Product Ownern, was mich oft zwischen sie und das Development Team stellt. Manchmal beschreibe ich mich scherzhaft als "Scrum Master hinter feindlichen Linien", um diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen. Einer der schwierigsten Aufgaben des Scrum Masters ist es, den PO und das Entwicklerteam zu bewegen, als ein Team zu arbeiten und zu denken. Oftmals sind die Entwickler skeptisch über die leitende Rolle des PO und sehen in ihm nichts mehr als ein Project Manager mit neuem Namen, jemand, der schlicht Aufträge ausstellt. Es gibt also ein klares Bedürfnis für angemessene und effektive Kommunikation zwischen den beiden Parteien, um Konflikte in der Product Vision, generelle Missverständnisse und Ungereimtheiten innerhalb des Teams zu vermeiden.

Welche Methoden kann ein Product Owner einsetzen, um das Vertrauen des Entwicklerteams zu gewinnen und mit ihnen als ein harmonisierendes Team zu arbeiten? Gibt es Muster für eine angemessene Kommunikation? Welche Vorgehensweise funktioniert mit dieser Herausforderung am besten?

Am PO-Camp hatte ich die Möglichkeit, mich mit vielen POs über dieses Thema zu unterhalten und Ideen sowie Methoden zur Verbesserung dieser Beziehung auszutauschen. Die relevanteste Session zu diesem Thema behandelte Design Thinking. Diese Session zusammen mit den Unterhaltungen, die ich mit individuellen POs hatte, sowie auch meine eigene Erfahrung, verfestigten meine Erkenntnisse, dass es typischerweise zwei Hauptarten von Product Ownern gibt, jeweils mit eigenen Charakteristiken und Vorgehensweisen.

Der designoientierte PO
Er hat eine Ausbildung in Ökonomie oder Humanwissenschaft, ist sehr visuell (z.B. Einsatz von Farben) und sehr auf Vision und Ziele auf höchster Ebene ausgerichtet. Der Design-Denker ist typischerweise sehr redegewandt und einfallsreicher im Umgang mit Metaphern, um zu überzeugen.

Der ingenieurorientierte PO
Er hat einen mehr technischen Hintergrund, womöglich mit Erfahrung in der Entwicklung, ist sehr auf die Aufgabe konzentriert in seiner Rolle als PO und sehr textuell.

Welcher der beiden setzt sich durch?
Ich persönlich sehe keine Vorteile in jedem der Vorgehensweisen im Bezug auf die erwähnten Probleme des Verständnisses und der Produktvision. Sie können beide zum Erfolg oder Scheitern führen. Meiner Erfahrung nach ist es einfacher für den Engineer-Denker, Respekt vom Entwicklerteam zu erlangen, da er den Werdegang mit ihnen teilt. Dem Design orientierten PO hingegen, fällt es leichter, die Entscheidungsträger zu einer Vision zu verschreiben, was ebenso wichtig für den Erfolg eines Projektes ist. Ich würde sagen, beide können voneinander lernen und der "ideale" PO wäre einer, der in beiden Bereichen zuhause ist, mit einem Werdegang in technischer Umgebung aber mit ausgedehnter Erfahrung im Project Management oder UX Design beispielsweise.

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