Wieso Vertrauen mehr bringt als Kontrolle

Wieso Vertrauen mehr bringt als Kontrolle

Wir alle kennen das Sprichwort “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser”. Es gehört zu den wichtigsten Management-Prinzipien. Je grösser ein Unternehmen, desto mehr setzen Management und Gesetzgeber auf Kontrollen. Die Kosten-Nutzen-Bilanz ist allerdings miserabel: So zahlten z.B. die Schweizer Banken seit 2008 trotz starker Zunahme von internen Weisungen, Kontrollen sowie Gesetzen immer mehr und immer höhere Bussen. Deshalb forderte Mark Branson, Direktor der Schweizer Finanzaufsicht (FINMA), im Herbst 2014 bei den Banken eine Kulturänderung.

Nun, die gute Nachricht ist, dass sich selbst bei den Banken die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden auch ohne Kontrollen richtig verhalten. Einer unserer Kunden sagte mir: “Weisst Du, dass wir den ganzen Kontrollaufwand nur wegen ca. 3% der Mitarbeitenden betreiben?”
Erfolgreiche Unternehmen investieren deshalb in Vertrauen, erhöhen die Transparenz und reduzieren die Kontrollen. So eliminierten bei Roche mehrere Abteilungen die Kontrolle der Reisespesen, indem sie diese online ins Intranet stellten. Resultat: Die Spesen reduzierten sich! (vgl. The Leader’s Dilemma, S. 95f.). Eine weitere Voraussetzung für die Reduktion von Kontrollen ist der Aufbau von Vertrauen.

Jurgen Appelo schlägt vor (vgl. Management 3.0, S. 18ff), an 4 Arten von Vertrauen zu arbeiten (vgl. Grafik oben): Ein Manager (YOU) soll seinem Team (1) vertrauen, um das Vertrauen seines Team (2: SHE und HE) zu gewinnen; er soll dafür sorgen, dass sich Team-Mitglieder gegenseitig vertrauen (3). Zudem soll sich ein Manager auch selber vertrauen (4), damit er z.B. seinem Team mehr Entscheidungskompetenzen delegiert.

Weitere Beispiele aus erfolgreichen Unternehmen und wie Sie konkret Vertrauen in Ihrem Team aufbauen können, lernen Sie mit Mischa und mir im nächsten Management 3.0 Training am 19./20. März.

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