Zu Besuch bei Agilität und Selbstorganisation

Zu Besuch bei Agilität und Selbstorganisation

Befindet sich ein Unternehmen in einer agilen Transformation, hilft es, sich die gemachten Erfahrungen anderer Unternehmen anzusehen. Viele agile Unternehmen organisieren Besuchstage, welche einen Einblick in ihr Schaffen ermöglichen. “Agile Safaris” - wie wir diese Besuche zum Erfahrungsaustausch nennen -  inspirieren, doch damit sie auch konkrete Learnings für die Praxis liefern, sollte vorab der Zweck der "Safari" diskutiert werden. Ein Moderator kann bei der Planung und Umsetzung des Besuchs helfen.

Zuversicht für die eigene Transformation

Vor Kurzem begleitete ich ein Unternehmen aus der Finanzbranche bei einer solchen “agilen Safari”. Das Management-Team steht in der Anfangsphase einer Transformation und wollte vor allem den Erfolgsfaktoren Geisteshaltung und Verhalten auf den Grund gehen. Es wünschte sich dank des Erfahrungsaustausches mit anderen Unternehmen mehr Zuversicht und Vertrauen in die eigene agile Transformation. Zusammen mit dem Kunden wählten wir für das Unternehmen zwei passende, aber branchenunabhängige Firmen aus - ein Industriewerk und eine Abteilung für Softwareentwicklung in der Telecom-Branche - und erstellten eine grobe Agenda. Als Agile Coach begleiteten wir diese Besuche und halfen beim Visualisieren des Gehörten. Nach den Gesprächen motivierten wir das Team, interessante Beobachtungen und Learnings festzuhalten.

Die Big Five

Aus den Learnings konnten wir die Themen herausschälen, die auf das eigene Unternehmen transferierbar waren und konkrete erste Schritte definieren. Für folgende fünf Haupterkenntnisse - sozusagen die “Big Five” -  beschloss das Management-Team konkrete Massnahmen:

  • Verantwortung: Die Verantwortlichkeiten werden mittels Delegation Board niedergeschrieben und sichtbar gemacht.
  • Team-Commitment: Das Team braucht ein gemeinsames Ziel, welches es sich selbst zyklisch setzt.
  • Incentives: Es braucht keine individuellen Leistungsbeurteilungen und Boni. Die Leistung des Teams als Ganzes wird belohnt.
  • End-to-End Prozesse: Die Wertschöpfung wird anhand des Kundenmehrwerts transparent gemacht, unter Einbezug der beteiligten Mitarbeitenden.
  • Störungen: Ein agiles Vorgehen löst keine Probleme, macht diese aber sichtbar. Das Team übt sich im Erkennen und fördert das Ansprechen von Störungen.

Es zeigte sich, wie wertvoll es ist, wenn alle an der Transformation Beteiligten an der “Safari” teilnehmen. Die Besuche und die Erkenntnisse motivierten das ganze Team und gaben ihm mehr Zuversicht auf dem eigenen agilen Weg.

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